Workshops

  1. Eröffnungsworkshop „KunstGeschmack“ in der Alten Schnapsfabrik

Blaue Stangenware, Kartoffelsuppe auf Zimmertemperatur, Joghurt und Minze. Das waren nur einige der Komponenten des etwa 1 1/2 stündigen Workshops „KunstGeschmack“, der am Samstag neue Ideen zu Kunst und Kulinarik in die Alte Schnapsfabrik brachte.

Konkret ging es darum, mögliche Anschlüsse zu entdecken zwischen verschiedenen Geschmackserlebnissen und einem blau-weißen Bild aus der Reihe „Stangenware“ von Conny Wischhusen.

Zehn Personen hatten sich an dieses Erlebnis herangewagt, nicht sicher, was sie erwarten würde. Aber nach einer kurzen Einführung von Gabriel Bergmann in die Grundlagen der Kulinarästhetik, immer unterstützt durch praktische Genussbeispiele, fiel es den TeilnehmerInnen leicht, die Vorschläge nachzuvollziehen und sich an eigenen Interpretationen künstlerischer und kulinarischer Natur zu versuchen. 

Es wurde probiert, gerochen, geschmeckt und zum Abschluss auch gezeichnet. Die erzielten kleinen Ergebnisse konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

Alle berichteten hinterher von neuen Erkenntnissen und Aha-Erlebnissen. Was will man mehr!

Zwei Dinge konnten in dem Workshop begreif- und erlebbar gemacht werden: dass einerseits ganz praktisch Verbindungen hergestellt werden können zwischen Kunst – in diesem Fall hauptsächlich Malerei – und Kulinarik.

Darüber hinaus wurde deutlich, wie sich eine künstlerische Herangehensweise auf die Kreation eines Geschmackserlebnisses auswirkt. Man kann sich natürlich Abende lang streiten – am besten mit einem Glas Wein in der Hand – was denn Kunst eigentlich ist. Aber die Quintessenz ist doch, dass durch Kunst ein anderer Weltzugang ermöglicht wird – oder, wie James Baldwin es einmal formuliert hat: „Der Zweck der Kunst ist es, die Fragen freizulegen, die von den Antworten verdeckt werden“.

Was also passiert, wenn man den Prozess der Kreation eines Geschmackserlebnisses an der ganz unkulinarischen Logik der Malerei ausrichtet?

Am Ende des Workshops war man sich einig: Neue, spannende Genüsse entstehen!

 

(Text: G.Bergmann, Fotos: C. Wischhusen)